Schaffermahl

Das 'Schaffermahl' ist eine altehrw├╝rdige Tradition der Hansestadt Bremen. Zu diesem Ereignis werden jedes Jahr eine Vielzahl von Pers├Ânlichkeiten aus Politik und Wirtschaft geladen.

Das Schaffermahl in Bremen

Schaffermahl Bremen
Wer bei dem Begriff an das 'Schaffen' denkt, hat insofern Recht, als dass nicht jeder X-beliebige zu dieser Traditionsverk├Âstigung geladen wird. Man(n) muss schon wer oder was sein und zudem noch m├Ąnnlichen Geschlechts. Denn Frauen sind nicht eingeladen und das seit dem Jahr 1545.
Vielleicht empfinden Frauen diese Tatsache auch nicht als sonderlich bedauernswert, wenn Sie die Kleiderordnung der Herren einmal begutachten: bewehrt mit Frack und Fliege wird so mancher Teilnehmer seine ganz eigene Erfahrung ├╝ber Traditionen und Etikette machen...

Wer kein Bremer B├╝rger ist, braucht sich jedenfalls, bei aller Honorigkeit, keine allzu gro├čen Sorgen zu machen, ein zweites Mal zu diesem Anlass in die galante Robe schl├╝pfen zu m├╝ssen. Nicht-Bremer d├╝rfen nur einmal im Leben am Schaffermahl teilnehmen. Einmal geladen, darf man sich aber auf ein gro├čes und auch kulinarisches Erlebnis freuen.

Nach einem traditionellen Ritual wird das Schaffermahl eingenommen, dazu finden sich 300 Personen an der gro├čen Tafel, die dem Dreizack Neptuns nachempfunden ist, zusammen. Sechs G├Ąnge aus der Rezepttruhe der Seefahrt verf├╝hren in ihrer schlichten Einfachheit die Gaumen der Teilnehmer, wie Bremer H├╝hnersuppe, Seefahrtsbier, Stockfisch, Braunkohl, Kalbsbraten, Rigaer Butt, Sardellen, Zunge und K├Ąse.

Alle Speisen sind so, wie sie einst schon von den Bremer Reedern, Ihren Kapit├Ąnen und ausgesuchten Kaufleuten zur S├Ąttigung gereicht wurden. Urspr├╝nglich war das aufbrechende Eis im Februar und damit die anstehenden langen T├Ârns der Handelsschiffe der Grund f├╝r Schiffseigner, Handelsleute und Kapit├Ąne, sich zu einer letzten Lagebesprechung zu treffen. Soweit die Geschichte. Heute ist das Schaffermahl einmal mehr eine Gelegenheit der Zusammenkunft von Politik und Wirtschaft, vor allem auch die Finanzierungsveranstaltung f├╝r den 'Seefahrtshof', einer der wohl ├Ąltesten unabh├Ąngigen Stiftungen der Welt zur Versorgung Hinterbliebener der Seefahrt.